Als wir tanzten

09 October 2021 @Capitol 20:00


Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.

Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeichnet, unter anderem in vier Kategorien beim Schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Über den Regisseur

Levan Akin, Jahrgang 1979, stammt aus der südschwedischen Stadt Tumba und hat georgische Wurzeln. Er arbeitete zunächst als Assistent für verschiedene Filmproduktionen, unter anderem für das schwedische Fernsehen. Auf seinen ersten, preisgekrönten Kurzfilm De sista sakerna (2008) folgte sein Langfilmdebüt Katinkas Kalas (2011), das beim New Yorker Tribeca Film Festival gezeigt wurde. Zudem hat er einzelne Episoden für diverse TV-Serien inszeniert, etwa von Real Humans – Echte Menschen (2012). Sein zweiter Film, die Jugendbuchadaption Zirkel, lief 2015 in der Sektion Generation der Berlinale. Als wir tanzten ist Akins erster Film in georgischer Sprache. Derzeit bereitet er als Autor und Regisseur die TV-Serie Dough vor.