Ojos Negros

Ein frischer, melancholischer und dichter Abschied von der Kindheit


Ojos Negros ist ein das erstaunliche Debüt der beiden jungen spanischen Regisseurinnen Marta Lallana und Ivet Castelo. Es zeigt eine unglaubliche Reife und außergewöhnliche Sensibilität für ein Thema, das mehr als nur ein Subjekt ist: Der Übergang von Paula (Marta Lallana, die jüngere Schwester einer der beiden Regisseurinnen) in die Welt der Erwachsenen während eines Sommers, den sie bei ihrer Großmutter und ihrer Tante im Dorf Ojos Negros, in der Provinz Aragon, verbringt. Dieses Porträt ist frisch, keineswegs oberflächlich und voller kleiner und universeller Wahrheiten, in deren Mittelpunkt die Figur der Paula und ihre Übergangsriten stehen. Für Paula ist ihre Tante so hart und spröde wie die aragonische Landschaft, die sie umgibt. Hinzu kommt ihre Großmutter, die sehr alt und krank ist. Es scheint ein langer, einsamer Sommer für das junge Mädchen zu werden, geprägt von der Natur und Einfachheit des Lebens in einem kleinen Dorf. Aber dann freundet sie sich mit Alicia (Alba Alcaine) an. An der Seite von Alicia spürt Paula zum ersten Mal den Geschmack von Freiheit: beim Schwimmen im See, beim Freilassen des Hundes ihrer Tante, beim Fliehen vor den religiösen Prozessionen im Dorf, und zum ersten Mal in ihrem Leben wird sie das Gefühl des Loslassens, der Vergänglichkeit und Veränderlichkeit der Gefühle der anderen, den Geruch des Todes und die Realität der Familienbande verspüren. Paula beginnt zu verstehen… Ojos Negros ist ein wunderschönes Versprechen des zukünftigen Kinos.

Maria Cera

Über die Regisseurinnen

Marta Lallana (*1994, Zaragoza). Sie war Finalistin des europäischen Master of Photography-Wettbewerbs (Sky Arts), der von Fotografen wie Bruce Gilden oder David Lachapelle betreut wurde. Sie begann ihre Karriere als Kamerafrau für den Kurzfilm El Arquero (Universitat Pompeu Fabra, 2016). Danach arbeitete sie parallel an der Produktion, dem Drehbuch und der Co-Regie ihres Debüts Ojos Negros sowie an der Ausarbeitung anderer Projekte in der Produktionsfirma Nanouk Films, wobei sie u.a. das Drehbuch für den Kurzfilm Restos De Cosas (Salvador Sunyer und Xavier Bobés, 2018) mit entwickelte.

Ivet Castelo (*1995, Vic). Sie schloss 2017 das Studium der Audiovisuellen Kommunikation an der Universität Pompeu Fabra ab. Im Jahr 2016 absolvierte sie ein Auslandssemester an der Universität Korea (Seoul). Sie war Produktionsleiterin des von der Pompeu Fabra Universität produzierten Kurzfilms El Arquero, der beim Mecal Filmfestival Premiere hatte und landesweit für Festivals wie SomCinema ausgewählt wurde. Derzeit lebt sie in Wien, wo sie an der Filmakademie Produktion im Master studiert. Ojos Negros ist ihr Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin.