5. Visionär Film Festival Berlin – Encounters With New Talents


Nach Gastspielen in Madrid, Salento (Italien) und Mainz, ist die 5. Ausgabe des Visionär Film Festival zurück in seiner Heimatstadt Berlin, um eine frische und mutige Auswahl internationaler und lokaler Talente zu präsentieren!

Vom 10. bis 14. November hält Visionär Film Festival – Encounters with New Talents im ACUDkino eine vollgepackte neue Edition mit einem breit gefächerten Programm bereit.

Visionär bietet eine internationale Auswahl von 9 Erstlings- oder Zweitwerken im Spielfilmwettbewerb um die Publikums- und Jurypreise (allesamt Berlin- oder Deutschlandpremieren) sowie die Short Berlin Encounters, eine Auswahl von 16 Kurzfilmen Berliner Filmemacher*innen und Videokünstler*innen, die um den Publikumspreis konkurrieren.

Albanien (in Ko-Produktion mit dem Kosovo, Italien und Mazedonien), Argentinien, Chile, Indien (in Ko-Produktion mit Rumänien, Italien und Katar), Iran, Serbien (in Ko-Produktion mit Slowenien, den Niederlanden, Frankreich, sowie Bosnien und Herzegowina), Südkorea und Spanien sind in der diesjährigen Auswahl vertreten.

Politisch und persönlich – wenn hier überhaupt eine klare Unterscheidung gemacht werden kann –, gesellschaftlich, sinnlich und letztlich künstlerisch sind die revolutionären Visionen unserer neuen internationalen Talente. Filme unterhalten uns durch ihr Geschichtenerzählen, aber sie sind auch ein Raum der Reflexion, des Untersuchens und Überdenkens ihrer Sprache – sowohl ästhetisch als formal – und ihrer möglichen heilenden Kraft. Im letzten Jahr haben wir eine Menge über Hybridität gelernt: hybride Events, um der globalen Herausforderung zu begegnen, gegen sie anzukämpfen und sie zu überleben, als Antwort auf die brutalen Veränderungen unserer Zeit. Hybride Herangehensweisen als Zeichen einer (notwendigen) Kreativität sind etwas, was wir mehr und mehr beim Filmemachen beobachten können: Die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion verschwimmen zunehmend und auch Arthouse und Genrefilms müssen sich nicht zwingend ausschließen.  Da es Visionär’s erklärtes Ziel ist, die Perspektiven neuer Autor*innen zu entdecken und zu unterstützen, stellen die ausgewählten Filme auch mutige und formal unkonventionelle Arten der Diskursentwicklung dar.

Die Sektion Short Berlin Encounters wird in drei thematisch unterteilten Blocks präsentiert: Space, Time, Persona

Zwei internationale Kurzfilmprogramme vervollständigen die bevorstehende Ausgabe. Panorama: Rebels ist eine kuratierte Auswahl, die sich jedes Jahr einem neuen Thema, einer Region oder einem Konzept widmet. Dieses Jahr zeigen wir zehn Kurzfilme, die auf großen Filmfestivals präsentiert und ausgezeichnet wurden und die in ihren Charakteren, Geschichten und letztlich in ihrer Gesamtheit die Stimme gegen ein patriarchales System erheben sowie gegen dessen Auswirkungen wie Missbrauch, Sexismus, binäre Genderstandards oder dysfunktionale Familien. Panorama: Rebels bietet Geschichten aus: Belgien, Kuba (in Koproduktion mit Puerto Rico), Ägypten (in Koproduktion mit Frankreich, Katar, Belgien), Frankreich, Griechenland, Norwegen, Spanien, Thailand, dem Vereinigten Königreich und den USA.

Dieses Jahr wird Visionär Pedro Almodóvar eine Hommage widmen, in der wir seinen Debütfilm Pepi, Luci, Bom and Other Average Girls (Pepi, Luci, Bom y otras chicas del montón) zeigen: Entstanden im Kontext der „Movida Madrileña“ zeigt diese sehr provokante Low Budget Produktion Szenen von Sadomasochismus, lesbischer Liebe und alternativer Kultur. Abgesehen von seinen ganzen Auszeichnungen (er hat zwei Oscars, fünf Baftas, zwei Emmys, sechs European Film Awards, zwei Golden Globes, neun Goyas und vier Preise in Cannes gewonnen!), ist Pedro Almodóvar einer der wichtigsten Regisseure, Screenwriter, Produzenten und Intellektuellen der Postmoderne. Durch seine einzigartige kinematografische Sprache, in der sich unterschiedlichste Genres, wie Melodrama, US-amerikanische Komödie, französischer Film Noir, Thriller, Neo-Realismus und sogar Horror vermischen, wurde er zu einer weltweiten Ikone.

Als multidisziplinäres Event wird Visionär außerdem ein Filmkonzert mit dem Namen KINO SONICO präsentieren: dies ist ein Frauenprojekt, bei dem eine bekannte weibliche Elektro-Musikerin einen neue Partitur zu einem Stummfilm entwickelt, der von einer ebenfalls weiblichen Pionierin der Kinowelt stammt. Akkamiau entwickelt und spielt live einen neuen Soundtrack für den Film La Tierra de los Toros (Land der Stiere, 1924) von Musidora. Musidora ist vor allem für ihre Rollen in Stummfilmen bekannt, insbesondere für die Darstellung der mythischen Figur in schwarzen Strumpfhosen, Irma Vep, in Louis Feuillades Seifenoper Les Vampires. Musidora war auch als Regisseurin und Produzentin tätig. Viele ihrer Filme gelten als verschollen aber drei wichtige Werke sind erhalten geblieben: Für Don Carlos, Sonne und Schatten und Land der Stiere. Letzterer wurde vom CNC – Centre national du cinéma et de l’image animée restauriert.

Visionär respektiert und glaubt an Gleichberechtigung und Inklusion bei der Auswahl. In einer Branche, die es Frauen und nicht-binären Menschen nicht immer leicht macht, in einer Welt, in der es immer noch notwendig ist, die „Pro-Quote-Film“ durchzusetzen, um weibliche Präsenz sicherzustellen, ist Visionär sehr stolz darauf, einen Beitrag zu ihrer Unterstützung leisten zu können.

Es wird acht Regisseurinnen und drei Regisseure im Spielfilmwettbewerb geben, sechs männliche, elf weibliche und zwei nicht-binäre Filmemacher*innen bei den Berlin Short Encounters sowie sechs weibliche und fünf männliche Filmemacher*innen in der nicht-kompetitiven Sektion Panorama: Rebels.

In der Verantwortung die neun Spielfilme zu bewerten und den Jury Preis zu vergeben sind Nesligül Satir (Sales Manager bei ArtHood Entertainment, Türkei), Bartholomew Sammut (Festival Programmer beim Berlinale Panorama, Australien) and Damián Sainz (Regisseur, Kuba). Außerdem kann das Publikum über die Lang- und Kurzfilme im Rennen und den Publikumspreis abstimmen.

– 180° Rule von Farnoosh Samadi, Iran, 2020, 83’ (Deutschland-Premiere)
– We Will Never Die (Nosotros Nunca Moriremos) von Eduardo Crespo, Argentinien, 2020, 82’ (Berlin-Premiere)
– Oasis von Ivan Ikić, Serbien, Slowenien, Niederande, Frankreich, Bosnien und Herzegovina, 2020, 121’ (Berlin-Premiere)
– Open Door von Florenc Papas, Albanien, Kosovo, Italien, Mazedonien, 2019, 77’ (Berlin-Premiere)
– My Mexican Bretzel von Nuria Giménez, Spanien, 2019, 73’ (Berlin-Premiere)
– Moving on von YOON Dan-bi, Südkorea, 2019, 105’ (Deutschland-Premiere)
– Night Shot (Visión Nocturna) von Carolina Moscoso, Chile, 2019, 80’ (German-Premiere)
– A Rifle and a Bag von Isabella Rinaldi, Cristina Hanes, Arya Rothe, India, Romania, Italien, Katar, 2020, 89’ (Berlin-Premiere)
– The innocence (La innocència) von Lucía Alemany, Spanien, 2019, 83’ (Berlin-Premiere)

SPACE, 83′

– Am I on Mars? von Matteo Niccolai, Deutschland, 2021, 12’
– La Passeggiata von Lisa Hoffmann, Moritz Hossli, Deutschland, 2021, 5’33’’
– Echo (Yankı) von Hazal Kara, Sezin Ertek, Türkei, Deutschland, 2020, 19’
– Good German Work von Jannis Alexander Kiefer, Deutschland, 2020, 14’
– Land of Glory (Pannónia Dicsérete) von Borbála Nagy, Deutschland, 2020, 27’
– Stray von Jonas Brinker, Deutschland, 2020, 5’30’’

TIME, 100′

– Eva von Julia Diệp My Feige, Deutschland, 2020, 5’
– Black&White (Černobílá) von Eluned Zoe Aiano and Anna Benner, Tschechien, Deutschland, 2019, 19’
– An Ocean (Ein Ozean) von Paul Scheufler, Deutschland, 2021, 19’
– Assembling a Story von Marlies Pahlenberg, Deutschland, UK, 2019, 27’
– I Want To Return Return Return von Elsa Rosengren, Deutschland, 2020, 30’

PERSONA, 89′

– AIVA von Veneta Androva, Deutschland, Bulgarien, 2020, 13’
– Grand Central Hotel von Serge Garcia, USA, Deutschland, 2020, 23’
– When The Androgynous Child (Cuando el niño andrógino) von Melina Pafundi, Deutschland, Argentinien2019, 9’
– Letter to My Mother von Amina Maher, Malaysia, Deutschland, Iran, 2019, 19’
– Should we all be feminists? von Silke Meya, Deutschland, UK, 2021, 24’30’’

KINO SONICO (Opening Night Part 1) ca. 60

– La Tierra de los Toros (The Land of the Bulls) von Musidora, Spanien, 1924, 53’. Live-Musik von Akkamiau

PANORAMA: REBELS #1 (Opening Night Part 2) ca. 85′

– Stories Keep Me Awake at Night (Nuits Sans Sommeil) von Jérémy van der Haegen, Belgien, 2020, 30‘
– Shéár Avory: To Be Continued von Abram Cerda, USA, 2020, 26‘
– Rise von Hannah Renton, UK, 2020, 9‘
– Dustinvon Naïla Guiguet, Frankreich, 2020, 20‘

PANORAMA: REBELS #2 ca. 86

– La Bonita von Maria del Mar Rosario, Kuba, Puerto Rico, 2018, 18’
– Lemongrass Girl von Pom Bunsermvicha, Thailand, 2021, 17’
– I am afraid to forget your face von Sameh Alaa, Ägypten, Frankreich, Katar, Belgien, 2020, 15’
– The Young Diego (El Joven Diego) von Osama Chami, Enrique Gimeno Pedrós, Spanien, 2021, 7’
– The Tongues (Njuokcamat) von Marja Bål Nango und Ingir Bål, Norwegen, 2019, 15‘
– The End of Suffering (a proposal) von Jacqueline Lentzou, Griechenland, 2020, 14’

HOMAGE:

– Pepi, Luci, Bom and Other Average Girls (Pepi, Luci, Bom y otras chicas del montón) von Pedro AlmodóvarSpanien, 1980, 81‘