Impetus

05. April 2019 @ ACUDkino 19 Uhr


Impetus: n., Latein. Antrieb, Impuls. Nachdem sie in der Liebe enttäuscht wurde, denkt eine Filmemacherin über den Ursprung der Bewegung nach. Währenddessen nimmt ihr laufender Filmdreh unerwartete Wendungen. Um sich aus ihrer Lethargie zu befreien, greift sie selbst zur Kamera um unerwartete einen neuen, von ihrem eigenen Leben inspirierten Film zu machen. Sie engagiert einen Schauspieler als Protagonisten. Im Film flieht der Hauptdarsteller um seinem Schmerz zu entkommen aus Montreal nach New York City um sich dort um eine Eidechse zu kümmern. Jedoch ist die Regisseurin gezwungen ihr Drehbuch zu überarbeiten, als der Schauspieler den Dreh verlässt. Es taucht ein unerwarteter Ersatz auf, eine Muse, die die gesamte Stimmung des Films ändern wird. Humorvoll beschreibt Impetus das emotionales Tief der Hauptdarstellerin. Ein urbanes Märchen, in dem Charaktere unerwartet auftauchen um dem Individuum zu helfen, wieder eine Verbindung zu den Menschen zu finden. Durchsetzt mit dokumentarischen Elementen nimmt uns dieser fesselnde Indie-Film mit auf eine poetische Reise, eine Suche nach der Bewegung, die der Lethargie zugrunde liegt. Kunst im wirklichen Leben. Musik als Therapie. Und ein Verlangen nach grenzenlosem Kino.

Impetus ist der Antrieb dieses Films der Dokumentarfilmerin Jennifer Alleyn, die versucht, die Hindernisse zu bewältigen, die sie davon abhalten ihren ersten Spielfilm in New York zu drehen: der Verlust einer geliebten Person, eine Identitätskrise, ein verschwundener Hauptdarsteller und eine neue Muse, die alles verändert. Zwischen Realität und Fiktion zeigt uns die Regisseurin ihr abwechslungsreiches Innenleben –  dicht, feinfühlig und auf der Suche nach dem Schlüssel zum Übergang zwischen Leben und Kunst.

Maria Cera

Über die Regisseurin

Jennifer Alleyn ist eine mehrfach ausgezeichnete kanadisch-schweizerische Filmemacherin. Für die CBC Sendung The Race around the world reiste sie allein mit ihrer Kamera um die Welt. Außerdem war sie Co-Regisseurin bei dem Film Cosmos (CIAE Award, Cannes Film Festival and Kanadas Einreichung für die Oscars 1997). Ihr Kurzfilm Svanok gewann den Preis als bester Kurzfilm Fiktion beim New York IFF. Ihre Dokumentation My Father’s Studio wurde  2008 als beste kanadische Einreichung beim 26. Festival of Films on Art (FIFA) sowie mit dem Gemeaux Prize und Jutra Prize für die beste Dokumentation ausgezeichnet. Ten times Dix über den Maler Otto Dix brachte ihr den ARTV Springboard to the World Award beim FIFA ein. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit der Rolle von Kunst in der Gesellschaft und untersucht in ihren aktuellen Projekten die Themen Trauer und Inneres Exil. Jennifer ist auch Fotografin. Für Impetus, ihren ersten hybriden Spielfilm, der 2018 veröffentlicht wurde und ein cineastisches, die Grenze zwischen cinema-vérité und Fiktion verwischendes Experiment ist, schrieb sie nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch Regie und die Kameraarbeit.

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