Too Late to Die Young

Berlin: 06. April 2019 @ ACUDkino 17 Uhr
Mainz: 09. Juni 2019 @ Ciné Mayence 20:30 Uhr


Im Sommer 1990 kehrt die Demokratie nach Chile zurück. In einer abgelegenen Gemeinde bereiten sich Sofía (16), Lucas (16) und Clara (10) auf auf die SIlvesternacht vor und werden mit der ersten Liebe und ihren Ängsten konfrontiert. Auch wenn sie weit weg von den Gefahren der großen Stadt leben, sind sie nie weit entfernt von den Gefahren der Natur.

Dominga Sotomayor Castillo, die Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat, erzählt die kraftvolle Coming of Age- Geschichte von zwei Teenagern und einem Kind, wobei sich eine vierte dazu gesellt: die des neuen Chile. Die Inszenierung zeugt von einem beeindruckenden Talent der Regisseurin und erzeugt ein nahezu sensorisches Erlebnis: Fast scheint es, als könne man die Schwüle dieser Sommertage mit der Hand fassen und die Luft riechen. William Faulkner schrieb in “Licht im August”: Die Erinnerung glaubt noch bevor das Wissen sich erinnert.” Tarde Para Morir Joven beschreibt genau das. Sotomayors Film ist eine poetische Abhandlung über die Nostalgie. Mit einem nachdenklichen, feinfühligen und sensiblen Blick erschafft die Regisseurin Bilder und Szenen, die wie Postkarten aus der ländlichen Idylle einer nostalgischen Vergangenheit zu kommen scheinen – eine längst vergangene Zeit, die nie wieder zurückkommt aber die glaubt, noch bevor sie etwas weiß.

Daniel Sanchez Lopez

Über die Regisseurin

Sie studierte Audiovisuelle Regie an der Universidad Católica de Chile und einen Regie-Master an der ESCAC in Barcelona. Ihren ersten Spielfilm Thursday till Sunday entwickelte sie in der Cannes Cinéfondation Residence. Der Film gewann den Tiger Award in Rotterdam 2012 und wurde wurde auf mehr als 100 Filmfestivals weltweit gezeigt. 2013 übernahm sie die Co-Regie für The Island, der ebenfalls mit dem Tiger Award ausgezeichnet wurde. 2015 hatte ihr mittellanger Film Mar im Berlinale Forum Premiere. Im selben Jahr kam auch der von Indielisboa produzierte Kollektiv-Film Here in Lisbon raus. Sie hat an audiovisuellen und fotografischen Kunstausstellungen teilgenommen, so z.B. an Little Sun (Olafur Eliasson, 2012) am Tate Modern in London. 2009 war sie an der Gründung von Cinestación beteiligt, einer führenden Produktionsfirma mit Hauptsitz in Santiago, bei die lateinamerikanische  Autor*innenfilme produziert. Aktuell war sie beteiligt an Los Fuertes von Omar Zúñiga (in Post-Produktion), Murder me, Monster von Alejandro Fadel, der bei Un certain Regard in Cannes 2018 Premiere feierte, und Raging Helmets von Neto Villalobos. Sie ist außerdem Mitbegründerin von CCC, Centro de Cine y Creación, einem Kulturellen Zentrum und Arthouse Kino, das 2019 in Santiago de Chile 2019 eröffnet werden soll.