Obscure

Ein queerer Blick auf die Realität von Blutsbanden


Der Film markiert Kunlin Wangs Debüt als Spielfilmregisseur nachdem er den Master in Filmproduktion am Dodge College of Film and Media Arts der Chapman University abgeschlossen hat. Kunlin Wang hat sich schon immer zu Geschichten von Devianz, Subkulturen und Marginalisierung hingezogen gefühlt. Obscure ist nun ein antiker und moderner Film zugleich, der archaische Instinkte mit einem experimentellen Narrativ und Technik vermischt. Wir tauchen ein in das rituelle und harte Leben einer Familie auf einem Bauernhof: Henry, der Vater; Jamie, der Sohn und Lou, die Tochter. Die drei leben in völliger Isolation und widmen sich ausschließlich der Verwaltung der Farm und ihrem eigenen Erhalt. Der Vater ist der Herr, der mit den Kindern nach Belieben umspringt. Bruder und Schwester sind ähnliche, fast androgyne Geschöpfe. Durch Jamies Blick und die Komplizenschaft zwischen ihm und Lou nimmt uns Kunlin Wang mit in den (männlichen) Wettstreit, in eine queere Sexualität und die Phasen einer Bewusstwerdung, einer Emanzipation und ein Ende, das die Beziehung zwischen Opfer und Henker verbindet.

Maria Cera

Über die Regisseurin

Kunlin Wang ist eine in China geborene und aufgewachsene Independent Filmemacherin. Sie hat einen Master in Filmregie von der Chapman University und einen Bachelor in Kommunikationswissenschaften von der University of Nottingham. Sie war 2017 Studentin von Bela Tarr an der International Filmmaking Academy und arbeitete daraufhin 2017 und 2018 als dessen Lehrassistentin im Trainingslager des FIRST International Film Festival. Durch ihren Hintergrund in Gender Studies hat sie eine Leidenschaft für das Erzählen der Geschichten von Subkulturen und marginalisierte Menschen. Sie hat auf Reisen und während ihres Studiums in China, den USA, Großbritannien, Italien und Korea mehr als 10 Kurzfilme gedreht. Obscure, eine chinesisch-US-amerikanische Koproduktion, ist ihr erster Spielfilm. Derzeit entwickelt sie ihren zweiten Spielfilm Last Winter Day.