Lillian

Die ergreifende und schmerzhafte Reise einer schwer zu vergessenden Frau


Inspiriert von der Geschichte Lillian Allings aus dem Jahr 1927 ist dieser Film, der bei der letzten Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes im Quinzaine des Réalisateurs vorgestellt wurde, Andreas Horvaths moderne Vision der Lillian. Ein junges russisches Mädchen, das ohne Geld und Arbeit in New York gestrandet ist, beschließt zu Fuß nach Russland zurückzukehren indem sie versucht, die Grenze nach Alaska zu überqueren. In einer universellen und „symbolischen“ Vorstellung begleiten wir die ungewöhnliche Reise einer entschlossenen Frau, die auf der Suche nach etwas ist: ihrer Heimat? Um ihre eigenen Grenzen zu überwinden? Um zu ihren Ursprüngen zurückzukehren? Dieser visionäre Film, der tief in der Landschaft verwurzelt ist, ist eine beeindruckende Reise des Überlebens und Entdeckens. Über Amerika, seine Menschen und sein Territorium, das heute feindselig und unglaublich (un)einladend(?) ist. Eine Landschaft, in der sich Lillian trotz ihrer ungeheuren Weite und all ihrer Fallstricke auf Anhieb wohl zu fühlen scheint. Auf die eine oder andere Weise gelingt es ihr immer wieder, damit zurecht zu kommen. Der von Ulrich Seidl produzierte Film ist ein gekonntes Werk der Subtraktion, magnetisch und schmerzhaft, aber auch fesselnd und faszinierend. Er verdient auch höchste Anerkennung für das extreme Einfühlungsvermögen seiner Protagonistin, Patrycja Planik.

Maria Cera

Über den Regisseur

Geboren 1968 in Salzburg. Preisgekrönter Filmemacher und Fotograf, seine Filme liefen unter anderem auf den Filmfestivals von Venedig, Locarno, Karlovy Vary, Rotterdam, London, Chicago und San Francisco. Lillian ist sein erster Spielfilm.